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Stu Larsen: Solitude (Review)

Artist:

Stu Larsen

Stu Larsen: Solitude
Album:

Solitude

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Folk-Pop

Label: Nettwerk
Spieldauer: 61:05
Erschienen: 19.06.2026
Website: [Link]

Eigentlich hat der australische Songwriter STU LARSEN seine Berufung als Troubadour (und Globetrotter) immer schon etwas ernster genommen als viele seiner Kollegen, die sich ebenfalls der künstlerischen Rastlosigkeit verschrieben haben. Der Mann aus Dalby, Queensland, hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass es ihn nie lange an einem Ort hält und ist konsequenterweise die letzten 20 Jahre ohne festen Wohnsitz durch die Welt getingelt – immer in Sachen Musik unterwegs, öfter auf der Bühne (und an der Seite von PASSENGER) als im Studio und stets auf der Suche nach musikalischen Inspirationen.


Für sein nun vorliegendes viertes Album „Solitude“ überlegte sich Larsen, wie er sein Faible für die Wanderlust und die Liebe zur Musik konstruktiv für ein innovatives Projekt zusammenführen könnte und kam auf die die Idee, ein Album über den Verlauf eines ganzen Jahres zu machen. Die Idee hierbei war, sich jeden Monat eine andere temporäre Wahlheimat zu suchen und innerhalb dieser Zeitspanne jeweils einen Song zu schreiben und aufzunehmen. „Solitude“ enthält als Ergebnis 12 Songs, die STU LARSEN in 12 Monaten an 12 Orten in Australien, Tasmanien, Neuseeland, Indonesien, Schottland, England, Österreich, Deutschland, Italien, Kanada, den USA und Argentinien erschuf.


Der Titel „Solitude“ soll jedoch nicht darauf hindeuten, dass es sich um ein akustisches Solo-Album handelt. Der Begriff „Solitude“ bezieht sich lediglich darauf, dass sich Larsen während des Entstehungsprozesses der Songs auf sich selbst bezog – nicht im Sinne der Einsamkeit sondern im Sinne des Alleinseins, um sich ungestört von äußeren Einflüssen auf den kreativen Prozess einlassen zu können.

Bewaffnet alleine mit einer Gitarre, einem Harmonium, welches er mit dem Fuß bediente und ein wenig Recording-Equipment zog Larsen los, um die Songs an den jeweiligen Stationen seiner Odyssee zu schreiben, wobei er sich von den gewählten Lokationen und den Stimmungen vor Ort, vor allen Dingen aber von dem Prozess selbst inspirieren ließ, was er dann zum Thema des Materials machte. Auf diese Weise entstanden anfangs die akustischen Grundgerüste der Songs, welche auf dem Album in den fertig produzierten Versionen durchaus ordentlich und zum Teil recht füllig arrangiert daherkommen.


Dabei entstanden einige für Larsens Verhältnis geradezu muntere und teils druckvolle Folkpop-Nummern wie „Other Side“ (in dem Larsen seinen „Vagabunden-Fluch“ besingt), „One Thing“, das seine Suche nach der Quelle der Inspiration zum Thema hat und in dem er mit dem jubilierenden Refrain „It’s You“ das Gegenüber als solche ausmacht. Das eher melancholische Alt-Country-Opus „The Shadow“ oder besonders „If I Get It Right“ - was STU LARSEN in Form eines Blues-Tracks nach Art der BEATLES anlegt – fallen dann stilistisch etwas aus dem ansonsten folkigen Rahmen, denn hier kommen besonders knackige elektrische Gitarren und Blues-Harp-Einlagen zum Tragen. Auch in „If I Get It Right“ geht es um den kreativen Prozess der 'Solitude', den Larsen durchlebte. „Time will tell … if I get it right“, singt er im Refrain.


Aber natürlich gibt es auch die von STU LARSEN gewohnten melancholischen Balladen. So eröffnet er das Album mit dem Track „Misty Morning“, der sich als einer seiner Trademark-Breakup-Songs entpuppt (dessen Vorgeschichte im folgenden Song „Xanadu“ erzählt wird). Dann liefert er mit „Nobody Knows“ einen fast geradlinigen Folksong, wie er für seine frühen Tage bekannt war. Mit dem epischen Song „Eden“, der mit 9:22 Spielzeit fast den Rahmen des Projektes zu sprengen droht, beschließt Larsen schließlich das Album - gefühlsmäßig angelegt mit einer Mischung aus einem Sehnen nach Utopia und der romantischen Akzeptanz der Realität.


Musikalisch bietet das Album viel Abwechslung. So reichert Larsen seine Songs mit Mundharmonika-Einlagen an, schrieb zwei Songs auf dem Piano (dem im allgemeinen viel Raum in den Arrangements gegeben wird), setzte punktuell elektrische Gitarren ein, experimentierte mit Soundeffekten und arbeitete zudem mit Chören. Dazu nahm er sich Zeit – eine ganze Stunde, um genau zu sein. Viele der Songs sind zwischen 5 und 6 Minuten lang und kommen oft mit lautmalerischen oder atmosphärischen Einleitungen oder Denouements daher, die den Zustand der „Solitude“ wohl auch musikalisch widerspiegeln. „Xanadu“, „The Shadow“, „Nobody Knows“ oder „Eden“ gehören zu dieser Art von Songs.


Wer sich dann noch für die Ur-Versionen der betreffenden Songs interessiert, dem seien die zahlreichen Videos zu empfehlen, die das Projekt begleiten. Hier präsentiert sich STU LARSEN – alleine – mal mit Gitarre, mal am Piano sitzend, mal mit einem unterstützenden Harmonium bewaffnet und spielt einfühlsame, ursprüngliche Versionen der betreffenden Tracks – und zwar meist an den Orten, an denen die Songs entstanden und ungefähr im Zeitraum ihrer Entstehung.
Über seine Website erhalten die Fans des Weiteren Zugang zu der „World Of Solitude“ – allerdings nur, wenn sie zuvor „Solitude“ 'pre-saven' (vorbestellen).


FAZIT: Mit „Solitude“ entwickelte der australische Songwriter STU LARSEN ein Projekt, das seinem Anspruch, sich als rastloser Troubadour überall zu Hause zu fühlen, wenn er nur die Möglichkeit hat, sich musikalisch ausdrücken zu können, in besonderem Maße gerecht wird. Gerade weil die Songs an so vielen verschiedenen Orten entstanden, fiel das Album sehr vielfältig und abwechslungsreich – manchmal sogar betont munter – aus, ohne dass man dabei den romantischen Balladier STU LARSEN grundsätzlich aus den Augen verlöre.

Ullrich Maurer (Info) (Review 49x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Misty Morning
  • Xanadu
  • Shelter
  • Other Side
  • One Thing
  • Leskernick Hill
  • The Shadow
  • I'll Be Your Hallelujah
  • If I Get It Right
  • Nobody Knows
  • If I'm Honest
  • Eden

Besetzung:

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