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Spock's Beard: The Archaeoptimist (Review)

Artist:

Spock's Beard

Spock's Beard: The Archaeoptimist
Album:

The Archaeoptimist

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Madfish/Kscope/Edel
Spieldauer: 61:05
Erschienen: 21.11.2025
Website: [Link]

Herrje, was ist denn hier passiert?
SPOCK'S BEARD klingen doch anno 2025 tatsächlich wieder wie zu ihren allerbesten Zeiten, als ihnen nicht nur ein Licht aufging, um trotzdem die Dunkelheit für die freundlichen Fremden zu bewahren.
Und ja, damit sind die Zeiten gemeint, als sie in trauter Eintracht noch gemeinsam mit dem (noch nicht bekehrten) NEAL MORSE Mitte der 1990er-Jahre ihre ersten begnadeten puren (Retro-)Progressive-Rock-Alben voller überbordender Ideen veröffentlichten – als da wären „The Light“ (1995), „Beware Of Darkness“ (1996) und „The Kindness Of Strangers“ (1998).
Spätestens nach dem letzten Ohne-Neal-Album „Noise Floor“, das bereits sieben Jahre zurückliegt, oder dem schon zehn Jahre auf dem immer noch unbehaglichen Prog-Buckel habenden „The Oblivion Particle“ hätte man das nicht mehr von den Bärten erwartet – und irgendwie vermisste man sie danach auch nicht wirklich. Doch nun sieht das völlig anders aus.


Denn ziemlich überraschend kehren sie auf „The Archaeoptimist“ mit einem riesigen Paukenschlag zurück, wobei sich die Jungs offensichtlich und in erster Linie bei ihrem Keyboard-Urgestein RYO OKUMOTO bedanken können, der sich allen Kompositionen gewidmet hat – und dabei neuerdings auf die tatkräftige Unterstützung von Michael Whiteman zurückgriff, der schon seit geraumer Zeit die Prog-Szene mit seiner Band I AM THE MANIC WHALE zu begeistern versteht.
Wirklich seltsam diese so noch nie dagewesene Kompositionskooperation, dafür aber ein echter Volltreffer.

Wer nicht glauben kann, dass „The Archaeoptimist“ tatsächlich die bärtige Rückbesinnung ist, der höre nur mal bei „Afourthoughts“ genau hin – und entdecke die deutliche Parallele und das auftauchende Motiv von „Beware Of Darkness“.
Hinzu kommen die massiven Vintage- und Retro-Sounds, welche der gute Ryo an Orgel und Mellotron verbreitet. Hier werden tatsächlich so in etwa alle Wunschträume der alteingesessenen SB-Fans wahr.


Schon der Satzgesang am Album-Anfang scheint uns zurufen: „Hallo, wir sind wieder zurück in der Vergangenheit!“
Denn auf „The Archaeoptimist“ ist wiederum gerade der beeindruckende Satz-Gesang ein Markenzeichen, das wir seit der ersten 1995er-Bärteminute kennen, ausgiebig zurückgekehrt, wobei sich besonders der neue Schlagzeuger, der noch dazu fantastisch singen kann, als ein echter Glückstreffer für die Bärte erweist. Diese alte hochwertige Liga, die SPOCK'S BEARD beim Eintritt in ihre neue minderwertigere Liga abhandengekommen war, hat sie wieder. Die Tradition bezwang die neuen Tendenzen. Vielleicht hängt das wohl auch mit dem Abgang ihres Schlagzeugers Nick D'Virgilio zusammen, der tatsächlich für SPOCK'S BEARD nach dem Abgang von Neal Morse eine ähnliche Rolle zu spielen schien wie einstmals Phill Collins bei GENESIS nach dem Abgang von Peter Gabriel. GENESIS kehrten danach nie wieder zu ihrer frühen, puren Prog-Ader zurück. SPOCK'S BEARD auf „The Archaeoptimist“ schon!

Und endlich gibt es auch wieder einen echt fetten Longtrack von über 20 Minuten, der alle komplexen (auch jazzigen und hart rockenden) Qualitäten besitzt, die im Prog solche Epen zu echten Highlights werden lassen. Dazu gibt’s noch eine dystopische Geschichte mit unterschiedlich handelnden Personen und fertig ist das altbekannte, neue Erfolgskonzept von SPOCK'S BEARD!


FAZIT: SPOCK'S BEARD haben sich entschieden, genau nach 30 Jahren und „The Light“, mit „The Archaeoptimist“ wieder in die heldenhaften Zeiten ihrer eigenen (damals noch maßgeblich von Neal Morse geprägten) Vergangenheit zurückzukehren! Vielen, vielen Dank dafür, denn damit hat Spock – wohl auch dank des neuen, hervorragend satzsingenden Schlagzeugers Nick Potter – seinen echten Bart wieder zurück!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 241x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Invisible
  • Electric Monk
  • Afourthoughts
  • St. Jerome In The Widerness
  • The Archaeoptimist
  • Next Step

Besetzung:

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